Geschichte im Detail

(Am 01.05.1978 in Babenhausen eingegliedert:

Ortsteile Klosterbeuren und Unterschönegg)

Einwohner: 5.205

Fläche: 2.723 ha; davon bebaut 193 ha

Sehenswertes:

Pfarrkirche St. Andreas aus dem 15. Jh., barockisiert (Rechbergkapelle mit Grabmälern um 1470; Fugger-Epitaph 1551; Muttergottes, Ulmer Arbeit um 1430; Stuck von M. Stiller und Fresken von M. Steidl 1717; Altarblätter vom M. Kager 1600 und J. G. Knappich 1681). Im Treppenturm Kreuzigungsgruppe um 1520.

Gottesackerkapelle von 1722 mit Stuck von M. Stiller sowie berühmtem Totentanzzyklus (Literatur: Der Babenhauser Totentanz v. Kirchhoff)

Fuggerschloß: ursprüngl. Burg vom 13. Jh.; Rechbergbau aus dem 15. Jh.; erweitert zum heutigen Fuggerschloß im 16. Jh.; später vielfach umgestaltet. Zugänglich im Innern Fuggermuseum und Ahnensaal.

im Ortsteil Klosterbeuren ehemalige Klosterkirche aus dem 14. Jh.; barockisiert und heute Pfarrkirche St. Ursus (Altarbild von C. Huber, 180 Fresken von J. Haffner, im Winterchor von F. G. Herrmann 1741). Totenkapelle mit bemalter Cassettendecke 1625.

Kapelle St. Petrus Alcantara in Unterschönegg (1750).
 
 

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Babenhausen:

Der Ort Babenhausen ist urkundlich 1237 belegt. Über seine Entstehungszeit kann nur spekuliert werden. Zusammen mit Schönegg bildete Babenhausen im 12. Jh. einen Teil der Herrschaft Kellmünz, die zunächst Lehen der Pfalzgrafen von Tübingen, dann der Herzöge von Württemberg war. Ehe Anton Fugger 1538 die Lehenshoheit um 36.000 Gulden und 1539 die Grundherrschaft von Babenhausen für 68.000 Gulden erwarb, hatte der Ort wechselnde Besitzer, zuletzt seit 1378 die Herren von Rechberg.

Unter den Fuggern erlebte Babenhausen einen merklichen Aufschwung, die rege Bautätigkeit brachte Aufträge für Handwerk und Gewerbetreibende.

Wegen seiner Verdienste für Kaiser und Reich erhob Kaiser Franz II. Graf Anselm Maria Fugger 1803 in den Fürstenstand und erklärte die reichsfreie Herrschaft Babenhausen mit den Herrschaften Boos und Kettershausen zum Reichsfürstentum Babenhausen. Das Fürstentum erstreckte sich über 52 Quadratkilometer und zählte ca. 11.000 Einwohner.

Am 12.08.1806 mußte das Fürstentum an das Königreich Bayern abgetreten werden.

1315 wurde Babenhausen als Stadt bezeichnet. Noch 1337 bestätigte Kaiser Ludwig der Bayer die Stadtrechte, die im Verlauf des 14. Jh. verlorengingen. 1471 hatte Babenhausen nur noch die Bezeichnung "Markt". Die Bezeichnung "Stadtgasse" und "Stadtmühle" erinnern an den ehemaligen Status.

Unruhige Zeiten erlebten Schloß und Markt im Bauernkrieg durch den Bauernhaufen. der sich als das "Rote Fähnlein" bezeichnete. Nach der Erstürmung der Burgen von Oberschönegg und Reichau entging die Burg der Rechberger dem gleichen Schicksal, da der "Baltringer Haufen" um Unterstützung bei der Eroberung Weißenhorns beim "Roten Fähnlein" nachsuchte. Dieselben Rechberger baten 1525 den Truchseß von Waldburg um Verschonung des Marktes Babenhausen, da sich dessen Bewohner nicht genügend von der Bauernbewegung distanziert hatten.

Nach dem Bauernkrieg erlebte Babenhausen einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung. Bekannt wegen ihrer Qualität waren die Produkte der Babenhauser Textilherstellung.

Eine lange Tradition hat das Schulwesen aufzuweisen. Zwischen 1387 und 1516 studierten elf Babenhauser an der Universität Heidelberg Theologie. 1554 stiftete Anton Fugger eine Lateinschule.

Sehr früh genannt ist die Alters- und Krankenpflege in Babenhausen. Das Seelhaus mit dem Siechenstübchen dürfte eine Stiftung der Fugger gewesen sein. 1834 ging sie in den Besitz Babenhausens über.

Zum Schicksalsschlag des 30jährigen Krieges, mit dem die Pestseuche einherging, gesellte sich 1670 eine Bürger-Rebellion. Die schlechte Wirtschaftslage nach dem Krieg und steigende Abgaben und Frondienste sind als Grund zu suchen. Unter Berufung auf die ihnen 1337 von Kaiser Ludwig von Bayern verliehenen Privilegien forderten die Aufständischen, denen sich die Kettershauser angeschlossen hatten, Freiheit und eigene Gerichtsbarkeit und handelten nicht nur danach, sondern bedrohten auch die Schloßherren.

1671 schlug die Obrigkeit in Gestalt einer Reichsexekution zurück. Die unterlegenen Einwohner Babenhausens mußten Geldstrafen entrichten, noch bestehende Teile der Stadtmauer und Stadttore wurden geschleift, das Recht des Blutbanns entzogen und die Führung des Wappens untersagt. Das Urteil bedeutete das endgültige Ende der Stadt Babenhausen. Erst 1797 wurde diese Erniedrigung aufgehoben, als Anselm Maria Fugger dem Markt wieder das Recht zusprach, ein eigenes Wappen zu führen.

1894 erhielt Babenhausen einen Bahnanschluß an die verkehrspolitisch bedeutsame Linie Ulm - Memmingen - Kempten. 1964 endete der Personennahverkehr auf der Lokalbahn Kellmünz - Babenhausen.

1840 wurde der Sitz der ersten Postexpedition eingerichtet. 1852 erschien als erste Lokalzeitung das "Babenhauser Wochenblatt".

1947 brannte das 1544 errichtete Rathaus ab und wurde nach historischem Vorbild wieder aufgebaut.

Im Zuge der Kreisreform 1972 kam Babenhausen vom Landkreis Illertissen zum neugeschaffenen Landkreis Unterallgäu. Der Fuggermarkt ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft mit den Mitgliedsgemeinden Babenhausen, Egg a. d. Günz, Kettershausen, Kirchhaslach, Oberschönegg und Winterrieden.

Nahezu identisch mit dem Umfang der Verwaltungsgemeinschaft ist der Einzugsbereich des Schulzentrums Babenhausen mit Grund-, Haupt- und Realschule.

Seit 1975 ist der Markt Babenhausen staatlich anerkannter Erholungsort.

Auf kulturellem Gebiet hat Babenhausen eine lange Tradition, vor allem die Musikpflege spielt seit jeher eine große Rolle. Die Gebrüder Eugen, Georg-Ludwig und Otto Jochum machen Babenhausen über die engeren Grenzen der Heimat hinaus bekannt.

Für ein breitgefächertes Kultur- und Freizeitangebot sorgen heute das Theater "Am Espach", die Schloßkonzerte, die Volkshochschule und Vereine. Für die Jugend bieten sich vor allem der Jugendzeltlagerplatz und die Jugendbildungsstätte des Bezirkes Schwaben an.

Das Wirtschaftsleben Babenhausens wird heute geprägt durch Handel, Handwerk und Industrie und erfüllt mit seinen vielfältigen sozialen, schulischen, sportlichen und kulturellen Einrichtungen die Anforderungen eines Unterzentrums im Raum zwischen Memmingen und Krumbach.

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Klosterbeuren:

1273 stifteten Heinrich und Eberhard von Schönegg, dem Wurzacher Augustinerinnenkloster die Ansiedlung "Bourrun". Bis 1499 war das Kloster zum Ortsherren aufgestiegen und gab dem Ort seinen heutigen Namen.

Anfang des 15. Jh. ging das Kloster in die Hand der Franziskanerinnen vom Dritten Orden des Hl. Franziskus über. Zwei große Schicksalsschläge erlitt das Kloster: einmal im 30jährigen Krieg mit Pest und Plünderung, zum zweitenmal 1800 mit Plünderung und Verwüstung durch Brand von Soldaten unter General Moreau. Zweimal konnte sich das Kloster erholen. Doch das Ende kam mit der Säkularisation 1803. Neuer Grundherr wurde vorübergehend der Deutschorden, bevor der bayerische Staat 1805 den Besitz übernahm und verkaufte.

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Unterschönegg:

Mit dem Bau der um 1230 erbauten Burg wurde der Ort erstmals erwähnt. Im 14. Jh. ging Unterschönegg in den Besitz des Hochstifts Augsburg über. Im Krieg zwischen den Reichsstädten und Ludwig dem Bayer wurde die Burg zerstört und das Dorf teilweise niedergebrannt. Völlig zerstört und ausgestorben war Unterschönegg 1650. Um 1660 wurde es neu besiedelt.

Bis zur Eingliederung in den Markt Babenhausen gehörte Unterschönegg zur Gemeinde Oberroth im Landkreis Neu-Ulm.

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