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Geleitwort
Die Festschrift ,,700 Jahre Klosterbeuren" ist nicht mehr vorrätig, so dachte die
Kirchenverwaltung an eine neue Ausgabe eines ,,Kirchenführers". Herzlichen
Dank an den Kirchenpfleger Herrn Josef Kowanz, denn er mühte sich um die
Quellen über die Geschichte des Klosters, wie für die Zusammenstellung von
Text und Bild der kunstreichen Kirche.
Wenn sich auch das Kloster vor 200 Jahren aufgelöst hat, so verfügt die Pfarrei
Klosterbeuren über ein wertvolles Erbe, eine ehemalige Klosterkirche, die seit
1740 dieses jetzige Raumvolumen hat.
Wir fragen uns dabei, auf welche spirituelle Aussage der Kunst legte der Orden
besonderen Akzent, dessen Geist bis heute der Kirchenraum ausstrahlt? Nun, die
Ordensfrauen haben sehr wohl damals schon die ,,Frau in der Kirche" betont. War
ihr Patron ,,St. Franziskus", so stehen am Hochaltar zur Rechten und Linken zwei
große Frauenfiguren, ,,St. Klara", die Franziskus folgte und mit ihm einen
Frauenorden gründete und ,,St. Elisabeth", auch eine Franziskanerin. Dann steht
wieder eine Frau in der Mitte, denn ein marianisches Thema durchzieht die
großen Bilder in der Kirche. Wenn wir Winterchor und Kirche zusammen
betrachten, zeigt das Altarbild des Winterchores die ,,Immakulata", Maria als
Mädchen, ohne Makel von Gott ausersehen. ,,Maria Verkündigung" zeigt das
Deckenfresco über dem Hochaltar, dann das Deckengemälde im Langhaus,
,,Maria hat Jesus geboren". In diesem Bild fällt uns auf, dass nicht nur Hirten,
sondern auch Hirtinnen zu Bethlehem weilen. Und schließlich das
Deckengemälde im Winterchor ,,Maria Aufnahme in den Himmel" schließt den
Lebenskreis Mariens.
Männer umsäumen die großen Bilder: Die vier Evangelisten, die vier
abendländischen Kirchenväter und vier Ordensgründer. Dann war es sicher auch
die ,,Ignatianische Spiritualität" die den Orden mit neuem Geist beeinflusste. Denn
drei große Jesuitenpatres sind in dieser Kirche abgebildet: Ignatius von Loyola
(1491 ­ 1556), der Gründer des Jesuitenordens, Francisco de Borja,
Ordensgeneral nach Ignatius. (siehe Hochovalbild der Seitenaltäre) und der
große Missionar Franz Xaver. Ignatius, berühmt durch seine Exerzitien, hat seine
Spiritualität in eine Kurzformel gebracht, die am Chorbogenscheitel in dieser
Kirche zu lesen ist:
,,Omnia ad maiorem dei Gloriam"
(Alles zur größeren Ehre Gottes)
So sind in dieser Kirche viele Frauen und Männer dargestellt, die uns Vorbild
tiefen Glaubens sind. Die Mutter Gottes, die uns rät: ,,Tut was er euch sagt", (Joh
2,5) damit auch durch uns Gott Mensch werden kann. ,,St. Ursus" (Kirchenpatron)
Vorbild durch sein mutiges Zeugnis (Siehe auch zwei Märtyrinnen jener Zeit St.
Barbara und Katharina am rechten Seitenaltar). St. Franziskus, seine Liebe zu
Gott, zur Natur und allen Geschöpfen, sein Ruf zur Einfachheit, St. Ignatius, ein
Lehrer der Innerlichkeit:
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