Willkommen beim Kindergarten Guter Hirte

SPRACHERZIEHUNG

Jedes Kind hat ein Recht auf Bildung von Anfang an. Und dies ist nicht nur ein Privileg, sondern sogar notwendig.

Denn Versäumnisse in der frühen Bildung können durch spätere Bildungsinstanzen ungeachtet ihrer Qualität nur begrenzt und unter hohem personellen und teilweise auch finanziellen Aufwand wettgemacht werden, da für bestimmte Entwicklungsschritte und Lernschritte "Zeitfenster" im Gehirn existieren.

Dies bedeutet für die Sprachentwicklung, dass Kinder speziell in den ersten 6/7 Lebensjahren sehr leicht eine neue Sprache lernen. Bereits ab dem 10. Lebensjahr ist dies nur noch durch "Pauken" möglich.

Grundvoraussetzung um eine neue Sprache zu erlernen, ist allerdings, dass die Muttersprache beherrscht werden muss.

 

Sprache als Grundvoraussetzung!

Die Fähigkeit, sich gut ausdrücken zu können und zu verstehen was andere einem sagen, ist eine elementare Voraussetzung dafür, aktiv am Kindergartengeschehen beteiligt zu sein, Kontakte zu knüpfen und sich wohlzufühlen.

Ein dreijähriges Kind hat bereits wichtige Schritte des Spracherwerbs abgeschlossen. Es hat in der Regel alle grammatikalischen Regeln unserer Sprache wie z. B. Einzahl – Mehrzahlbildung, den gebrauch der Artikel und das beugen von Verben durch ständiges Hören, Sprechen mit den Eltern und anderen Bezugspersonen, durch ausprobieren und viele Wiederholungen verinnerlicht. Sein Wortschatz umfasst ca. 400 Wörter.

Bis zum Schuleintritt sollte das Kind ca. 13000 Wörter und die Regeln der deutschen Grammatik sicher beherrschen.

Wie findet sprachliche Bildung und Förderung bei uns im Kindergarten statt?

Grundvoraussetzung ist auch hier, dass die sprachliche Bildung und Förderung kostenfrei angeboten wird, damit auch Kinder aus finanziell schwächergestellten Familien daran teilnehmen können.

Sprachliche Bildung und Förderung findet nicht nur in gezielten Angeboten, sondern immer statt. Sei es im Freispiel, bei der Unterhaltung während des Essens oder auch beim toben.

Uns, dem päd. Personal, ist auch hier wieder bewusst, dass wir den Kindern als Vorbild dienen. Unser positiver Umgang mit Sprache ( sei es die Muttersprache oder auch eine andere Sprache) vermittelt den Kindern, wie wichtig Sprache und Kommunikation sind.

Wir unterscheiden sechs Bereiche der sprachlichen Bildung

  1. Freispiel
  2. Individuelle Sprachförderung
  3. Sprachkurs für Migrantenkinder
  4. LET´S TALK ENGLISH !!!
  5. Würzburger Trainingsmodell
  6. Literarcy

zu 1. Freispiel

Dieser Punkt betrifft alle Kinder, unabhängig von der Muttersprache, dem Alter oder dem Entwicklungsstand. Die Kinder lernen hier von einander oder auch von dem päd. Personal in persönlichen Gesprächen. Dies kann durch keine Medien ersetzt werden.

Sprache trägt auch zum sozialen Umgang bei. Es ist wichtig, dass Kinder Ihre Wünsche und Gefühle äußern können, damit der Gegenüber darauf reagieren kann. Es müssen auch sprachliche Äußerungen von Anderen verstanden werden um darauf reagieren zu können.

Die Kinder können Ihre Sprachkompetenz weiterentwickeln. Diese ist wichtig um in der Schule und dem weiteren Leben bestehen zu können.

zu 2. Individuelle Spracherziehung

Die meisten Kinder entwickeln Ihre Sprachkompetenz während des Freispiels oder in Kleingruppen weiter, es gibt aber auch immer wieder Kinder die eine individuelle Sprachförderung brauchen. Diese wird je nach Bedarf von uns oder auch von einem Logopäden durchgeführt. Natürlich immer mit dem Einverständnis der Eltern.

zu 3. Sprachkurs für Migrantenkinder

Rund ein Drittel unserer Kindergartenkinder wächst nicht mit der deutschen Muttersprache auf.

Unserer Einrichtung steht für diese Kinder eine zusätzliche Erzieherin mit 19,25 Std. pro Woche zur Verfügung, die eine spezielle eine Zusatzausbildung für Sprachförderung hat.

Diese Sprachförderung lässt sich in drei Bereiche aufteilen.

  1. Sprachförderung für Kinder mit Deutsch als Zweitsprache
  2. Sprachförderung für Mama und Kind
  3. Sprachförderung für Mütter "Mama lernt Deutsch"

zu 3a) Sprachförderung für Kinder mit Deutsch als Zweitsprache

Kinder mit nicht deutscher Muttersprache nehmen automatisch an unserem Sprachprogramm teil. Dies wird 2- bis 3-mal wöchentlich von einer speziell ausgebildeten Erzieherin durchgeführt. Das Sprachprogramm wird in Kleingruppen von 2 bis maximal 6 Kinder durchgeführt und findet in unserer Einrichtung statt.

Die Kinder werden dabei intensiv, spielerisch und ganzheitlich in die deutsche Sprache eingeführt. Der Wortschatz wird gefestigt und erweitert, das Sprachverstehen und das aktive Sprechen gefördert und die Grundregeln der deutschen Grammatik erfahrbar gemacht.

Nur so ist es den Kindern möglich, sich im Kindergartenalltag zu orientieren und zurechtzufinden, aktiv daran teilzunehmen, Freundschaften und Kontakte zu schließen, am Spiel, an gezielten Angeboten und Festen mitzumachen und sich somit in die Gruppe zu integrieren.

Gute Sprachkenntnisse ermöglichen den Kindern, sich ein soziales Umfeld aufzubauen, sich in die Gemeinschaft zu integrieren und garantieren einen guten Start in die Schule mit der Möglichkeit, ihren Anlagen entsprechend ihren schulischen und späteren beruflichen Weg gehen zu können.

zu 3b) Sprachförderung für Mama und Kind

Einmal wöchentlich bieten wir eine Stunde für Kinder (mit nicht deutscher Muttersprache) und Mütter gemeinsam an.

Sie machen gemeinsam Erfahrungen mit der deutschen Sprache. Das gemeinsame Spielen, Singen, Tanzen und Basteln ermöglicht einen Transfer des Themas "Spracherwerb" vom Kindergarten ins familiäre Umfeld und erleichtert den Müttern das objektive Einschätzen Ihrer Kinder in Bezug auf Sprach- und Entwicklungsstand. Sie entwickeln mehr Verständnis für die Situation Ihrer Kinder und erkennen die Wichtigkeit einer regelmäßigen Sprachförderung.

Die Bereitschaft, ihre Kinder beim Spracherwerb zu unterstützen und sich an der Förderung Ihrer Kinder aktiv zu beteiligen, wird geweckt und durch gemeinsame Aktivitäten bekommen die Mütter wertvolle Tipps, Methoden und Materialien an die Hand, um Ihre Kinder sinnvoll fördern zu können.

 

zu 3c) Sprachförderung für Mütter "Mama lernt Deutsch"

Der "Mama – Kind – Kurs" ist für manche Mütter ein guter Einstieg, Ihre Schwellenangst zu überwinden uns unseren "Mama lernt Deutsch" – Sprachkurs zu belegen, der einmal wöchentlich am Nachmittag stattfindet. Er ist kostenlos und findet sowohl für Anfängerinnen als auch für Fortgeschrittene in unserer Einrichtung statt. Kleinkinder werden für die Dauer der 1,5 Stunden in den Kindergartengruppen mitbetreut.

Der Kurs vermittelt vor allem lebenspraktische Dinge. In nicht schulischer, ungezwungener Atmosphäre sollen die Frauen die Möglichkeit haben, praxisnah Deutsch im geschützten Rahmen des Kindergartens zusammen mit Frauen, die sich in der gleichen Lebenssituation befinden, ohne Leistungsdruck zu erlernen.

Da sich hier Frauen vieler verschiedener Herkunftsländer und Kulturen treffen, können gemeinsam Vorurteile gegenüber der deutschen Sprache und anderer Kulturkreise überwunden werden.

zu 4. LET´S TALK ENGLISH!!!

Bei "LET`S TALK ENGLISH!" haben alle Kinder ab 5 Jahren, die Möglichkeit Bekanntschaft mit einer Fremdsprache zu machen. Wichtig ist uns hierbei wieder, das ganze kostenfrei anzubieten.

Die Kinder lernen auch hier wieder im persönlichen Kontakt und nicht nur durch Medien. Sie erfahren, wie schwer es ist eine neue Sprache zu erlernen, aber der Lernprozess ist dennoch frei von Angst, da kein schulischer Druck besteht.

Kinder lernen in diesem Altern noch leicht eine neue Sprache, da Ihr natürlich angeborenes Talent unbekannte Wörter intuitiv nachzuahmen noch vorhanden ist.

Weiterhin werden durch das lernen Verknüpfungen im Gehirn hergestellt, die dazu beitragen, dass das Sprachen lernen später wesentlich einfacher fällt.

Es gibt nur eine Bedingung, um eine neue Sprache zu erlernen -> die Muttersprache muss beherrscht werden.

zu 5. Würzburger Trainingsmodell

Das Würzburger Trainingsmodell bereitet die Vorschulkinder auf das Lesen- und Schreibenlernen in der Schule vor. Es fördert systematisch das Sprachbewusstsein. Hierzu gehört z. B. das differenzieren von Lauten oder das erkennen eines Wortes bzw. Satzes.

Bei all diesen Dingen wird die Sprachentwicklung jedes einzelnen Kindes beobachtet. Es wird auch nicht gepaukt, sondern wir greifen nur den kindlichen "Wissensdurst" auf, denn uns ist bewusst, dass eine korrekte Umgangssprache und ein guter Wortschatz ausschlaggebend ist um richtig schreiben und lesen zu lernen.

 

 

 

c Markt Babenhausen 2004/05/06